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Carl (Károly) Marko d. Ä

* 1793 – † 1860

Landschaft mit Wasserfall

Öl auf Leinwand
37 cm47 cm

Unten rechts signiert und datiert: C. Marko 1841 p.

Landschaft mit Wasserfall

Von dem ungarischen Maler Carl Markó d. Ä., der lange Jahre in Italien lebte, kennt man großzügig und weiträumig komponierte arkadische Landschaften in mythologischen und biblischen Motivzusammenhängen. Er hatte für zwei Jahre die Wiener Kunstakademie besucht und bereits erste Erfolge gesammelt, ehe er sich nach Italien aufmachte. Nach seiner Ankunft in Rom im Jahr 1832 schloss sich Carl Markó dem älteren, im Kreis der Lukasbrüder tätigen Joseph Anton Koch (1768–1839) an, eine sicher nicht zufällig getroffene Wahl, jedoch scheint fraglich, inwieweit dieser Kontakt Auswirkungen auf sein künstlerisches Schaffen hatte. Eine gewisse Vorliebe für Landschaften mit mythologischer Staffage, die eine von Claude Lorrain und Nicolas Poussin begründete klassizistische Tradition fortsetzte, lässt sich für beide Maler konstatieren. Die malerischen Härten eines Koch, die sich in scharf abgrenzender Zeichnung und der Verwendung klarer Farben äußert, kommen bei Markó nicht vor, der einen weicheren Stil pflegte und auch in der Farbigkeit auf die Harmonie der ähnlichen Valeurs achtete. Freilich steht Markó bereits für eine andere Generation, die sich zunehmend mit der Wirklichkeit des Naturraums befasste, er ließ aber nie von idealen Naturvorstellungen ab, weshalb man seine Bildschöpfungen immer im Zusammenhang mit der Atelierarbeit sehen muss. Auch unser Bild entstand fraglos im Atelier. Der Naturausschnitt mit üppig zu den Bildrändern ausgreifender Vegetation ist relativ eng gefasst und in sich geschlossen. Der malerische Reiz liegt in dem Zusammenspiel von Wasser, Felsen und Bäumen, das Markó mit großer Liebe zum Detail vorträgt: eine nicht näher zu bestimmende Landschaft,1 die zum Verweilen einlädt und in der vieles erst bei mehrmaliger Betrachtung entdeckt wird. Abgesehen von einer kaum wahrnehmbaren männlichen Figur in der rechten Bildhälfte, ist der Naturausschnitt, für Markó eher ungewöhnlich, frei von Staffage. Auch Markós Malerei ist noch stark von der Romantik geprägt, allerdings fehlt der in der Romantik wurzelnde Aspekt religiöser Empfindung in der Natur. Seine Figuren sind nicht „ausgeliefert“, sondern scheinen noch aus der Welt der Mythologie zu stammen, Nymphen, griechische Göttinnen oder auch einfaches Landvolk. Die Beziehung zwischen Mensch und Natur ist bei Markó unbelastet. Es scheint, als habe die Erfahrung italienischer Leichtigkeit und Lebensfreude seine Bildwelt geprägt. Carl Markó gelang es rasch, sich in Rom einen Namen zu machen. 1840 wurde er nach Florenz als Professor an der Accademia di Belle Arti berufen. In seinen letzten Lebensjahren lebte er sehr zurückgezogen nahe Florenz.


  1. Möglicherweise zeigt das Bild einen der Wasserfälle von Tivoli bei Rom, wo der Künstler sich seit 1834 aufhielt.

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