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Théodore Étienne Pierre Rousseau

* 1812 – † 1867

Künster, skizzierend im Wald von Fontainebleau

Öl auf Papier auf Leinwand aufgezogen
32 cm40 cm

Monogrammiert unten lins: TH.R

Künster, skizzierend im Wald von Fontainebleau

Das Gemälde illustriert eindrucksvoll die Arbeitsweise der Freilichtmaler: eine unspektakuläre, im Grunde banale Momentaufnahme aus dem Wald von Fontainebleau. Ein im Hintergrund auszumachender Künstler skizziert auf einem Stuhl sitzend, während dunkle Wolken einen heraufziehenden Sturm ankündigen. Eine Gruppe weiterer Waldgäste hat bereits den Schutz der mächtigen Bäume gesucht, nur der Maler bleibt ungerührt, um den atmosphärischen Moment mit schnellem Strich einzufangen. Rousseau fertigte sein erstes Bild en plein air 1831/32 im Wald von Fontainebleau. Eine neue Seite in der Kunst wurde aufgeschlagen, schließlich gilt die paysage intime als originäre Schöpfung Rousseaus. Mit authentischen, schlichten und intimen Naturschilderungen tritt u. a. die Schule von Barbizon dem im Salon favorisierten Ideal akademischer und traditioneller Landschaftskomposition entgegen. Doch nicht nur für eine paysage intime kann unser Bild ein gutes Beispiel geben, sondern auch dafür, dass atmosphärische Stimmungen, Wetterbedingungen aufgegriffen werden, um Natur in allen ihren Ausprägungen zu veranschaulichen. Gerade die gut dokumentierte Reisetätigkeit der Barbizonkünstler offenbart, dass die schnell wechselnden Wetterlagen in bestimmten Regionen wie z. B. die Auvergne oder die Normandie als Herausforderung begriffen wurden, weswegen man sie ganz gezielt aufsuchte. Rousseau sollte noch oft – vorzugsweise in den Wintermonaten – nach Barbizon kommen, auch mit befreundeten Künstlern, etwa Diaz1 oder Aligny2. 1848 entschloss er sich zur endgültigen Niederlassung in Barbizon.

Das Gemälde wurde vom Komitee Rousseau gesehen und für echt befunden.


  1. Narcisso Virgilio Díaz de la Peña (1807 Bordeaux – 1876 Menton).

  2. Claude-Félix-Théodore Aligny (1798 Saint-Aubin-des-Chaumes – 1871 Lyon).

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