zurück zur Übersicht

Gustav Friedrich Papperitz

* 1813 – † 1861

Abendliche Landschaft

Öl auf Karton
19 cm30,5 cm
Abendliche Landschaft

Der Aufbau verrät Routine. Entlang des unteren Bildrands ein Streifen Vegetation – Büsche oder Baumkronen, dahinter ab und an dunkle Silhouetten hoher Bäume, in der Ferne Bergrücken. Entlang des oberen Bildrands ein Streifen grauer Wolken. Dazwischen spannt sich, was den Künstler bewog zum Pinsel zu greifen – ein reich differenzierter Abendhimmel: breite Wolkenbänke, sich türmende Cumuli, transparente Schleier in milden Nuancen von dunklem Grau in zarte Lachstöne changierend. Es scheint, als ziehe ein schweres Wetter ab, hinter dem sich mildes Licht ausbreitet. Die Rückkehr des Lichts, das daran geknüpfte Aufatmen seitens des Betrachters, also letztlich das Erhebende an diesem flüchtigen Moment, seine spezifische Farbigkeit – all dies ist ebenso rasch wie intuitiv mit lockerem Pinselstrich erfasst und die Bildfläche füllend zu Ende geführt. Letzteres verrät ein gerüttelt Maß an Abgeklärtheit, basierend auf langer Praxis. Derartige Studien waren eigentlich nicht für die Öffentlichkeit bestimmt; sie verblieben im Atelier des Künstlers, harrten darauf, von ihm konsultiert und verwertet zu werden, boten sie doch Information zu Gesehenem, Erlebtem und Anregung, auf die er aufbauen, die er variieren und weiterführen konnte. Im Nachlass von Gustav Papperitz (1813–1861), der erst nach dem Tod seines Sohns Georg (1846–1918) zugänglich wurde, befand sich eine Fülle von Ölstudien wie diese, denen nun, dem Trend der Zeit folgend, eine Neubewertung zuteilwurde: Bekannte Sammler wie Wilhelm Laaff, aus dessen Besitz diese Studie stammt, griffen bei diesen Nachlassauktionen zu.1


  1. Kat. Verst. Künstlerischer Nachlass: Gustav Friedrich Papperitz, Oskar Schütz, Dresden; Rudolf Bangel Frankfurt am Main, Nr. 993, 27.1.1920/ Kat. Verst. Sammlung Prinz zu Sayn u. Wittgenstein und Nachlass G. F. Papperitz, Dresden: Gemälde moderner Meister, Aquarelle, Handzeichnungen, Graphik; Rudolf Bangel Frankfurt am Main Nr. 1002, 15.–17.6.1920.

zurück zur Übersicht